Ein Anlass für alle

Ein Anlass für alle

Am 28. April 2018 findet in der Turnhalle vom OZ Grünau das Wittenbacher Forum statt. Das Forum ist der nächste Projektschritt des Projekts „Zukunft Wittenbach“. An diesem öffentlichen Anlass haben alle Interessierten die Möglichkeit, sich zu Themen wie Verkehr, Sicherheit, Schule, Gemeindeverwaltung etc. zu äussern und somit bei der weiteren Entwicklung von Wittenbach mitzuwirken. Ein Kurzgespräch mit Fredi Widmer, Gemeindepräsident:

Was erwartet die Teilnehmenden am Forum?
Das Forum ist ein Art Workshop: Die Teilnehmenden erhalten zuerst Informationen zum Projekt sowie ihrer Rolle und Aufgabe und diskutieren dann in unterschiedlichen Gruppen über das Wittenbach von heute und morgen. Dabei werden die Ergebnisse aus den vorangegangenen Projektschritten dem Wittenbacher Echo und der Einwohnerbefragung thematisiert und reflektiert. Wir arbeiten in diesem Projekt mit der FHS St. Gallen zusammen. Die Vertreter der FHS St. Gallen organisieren und moderieren das Forum. Ihre neutrale Rolle in diesem Prozess erachte ich als äusserst wichtig.

Wer soll dabei teilnehmen?
Das Forum ist ein wichtiger Schritt im Projekt „Zukunft Wittenbach“. Bei diesem Workshop können sich nun alle einbringen, die sich für die Weiterentwicklung von Wittenbach interessieren. Es ist ein öffentlicher Anlass, das heisst je mehr Personen am Forum mitwirken, desto vielseitiger sind die Inputs. Darum erhoffe ich mir natürlich eine möglichst hohe Beteiligung. Zudem bietet das Forum den Bürgerinnen und Bürger eine seltene Möglichkeit zusätzlich zu ihren politischen Rechten wie Abstimmen, Referendum ergreifen usw. Einfluss nehmen zu können. So bietet das Forum eine Plattform, um Anliegen, Meinungen, Inputs oder innovative Ideen zu deponieren. Und das liegt doch auch im Interesse der Wittenbacherinnen und Wittenbacher. Die Ergebnisse aus dem gesamten Prozess fliessen schliesslich in die Strategiefindung 2030 ein.

Welche innovativen Ideen für die Zukunft von Wittenbach schweben Ihnen vor?
Natürlich habe auch ich Vorstellungen wie sich Wittenbach entwickeln könnte. Mich würde zum Beispiel die Idee eines Smart City Quartiers in Wittenbach reizen. Ein Quartier, das mit einem eigenen Mobilitätskonzept, einer hohen Energieautonomie und passender Infrastruktur ausgestattet ist und sich damit durch Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und einer hohen Lebensqualität auszeichnet. Vielleicht wäre ja gerade ein Ort wie die Neuhus-Wiese ein möglicher Standort für ein solches Projekt.

Das Wittenbacher Forum ist öffentlich, aus organisatorischen Gründen bittet die Projektgruppe bis am 20. April 2018 um eine Anmeldung: info@wittenbach oder Gemeindeverwaltung Wittenbach, Dottenwilerstrasse 2, Postfach, 9301 Wittenbach oder direkt über das Online Formular.

Kommentare (2)

  1. (Folge) 2. Teil
    Viel ist möglich.
    Ein paar mögliche Ideen für eine Vision Wittenbach 2030 welche sich das langfristige Wohl der wohnende Bevölkerung richten würde.
    + Die letzten grünen Flächen im Siedlungsraum werden neu als wertvolle Grundlage für ein sichere Zukunft betrachtet. In Zusammenarbeit zwischen Bauer und Einwohner werden Hochwertige Lebensmittel lokal produzieren. Dies findet bereits in verschiedenen Städte und Gemeinden in der Schweiz unten dem Begriff Urbane Gardening statt (https://www.nachhaltigleben.ch/food/urban-gardening-schweiz-wo-es-in-basel-bern-und-zuerich-gruent-3289).
    + Vertraute Gebäude und Historisches nicht kurzfristige Renditen opfern, sondern im Rahmen einer Entwicklung, welche das langfristige Wohl der wohnende Bevölkerung ausgerichtet ist, einbetten. Schweizer Gemeinden, welche diesen Weg gezielt gehen werden durch den Waker Preis geehrt (https://de.wikipedia.org/wiki/Wakkerpreis).
    + Wir gehen sorgfältiger mit unserer Finanzen um. Wir gleisen Entwicklungsprojekte ein, welche wir mit unserer Steuerkraft bezahlen können, statt mit Quersubventionierung durch ersatzlosen Verkauf von Gemeindevermögen, Projekte zu finanzieren welche wir auf der Basis unserer Steuereinnahme nicht bezahlen können.
    + Die Nutzung vom öffentlichen Boden wird neu im Baurechtvertrag geregelt, statt öffentliches Bodens ersatzlos an privaten Inverstoren zu verkaufen. Dies hat viele Vorteile sowohl für die wohnende Bevölkerung als auch für die Behörde (siehe hier http://www.neue-bodeninitiative.ch/ja-zu-basel, und die Initiative würde vom Volk im Basel angenommen!).
    + Die Bautätigkeit in Wittenbach richtet sich neu dem natürlichen Wachstum der wohnenden Bevölkerung (Geburtenüberschuss), statt künstlich genährt zu werden durch grosse Überbauung Projekte welche massiv neue Zuzügler anziehen. Im Durchschnitt über die letzten 20 Jahre ist die Bevölkerung in Wittenbach von 100Peronen gewachsen. 80 davon sind Zuzügler welche künstlich angezogen würden durch grosse Ueberbauungsprojekte. Das heisst gegenüber dem natürlichen Bevölkerungszuwachs es wurde in Wittenbach 4 Mal zu viel gebaut. Das Ergebnis immer mehr Stau, Lärm, Verschmutzung und Gefahr für Kinder, Fahrräder und ältere Personen. Ist es wirklich smart noch zusätzlich Quartier bauen zu wollen? Ist das ein Gewinn für die Lebensqualität der wohnenden Bevölkerung?
    Wenn die Bautätigkeit sich dem natürlichen Wachstum der wohnenden Bevölkerung richtet, dann könnten Verdichtungsmassnahme wahrscheinlich noch für mehrere Jahre die Verbetonierung der letzten grünen Flächen in dem Siedlungsraum verhindern. Wenn weiterhin neue Zuzügler aktiv angezogen werden, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die letzten grünen Flächen im Siedlungsraum aufgebraucht sein werden und folglich der Siedlungsraum ausgeweitet, spricht landwirtschaftlicher Boden einzonen werden muss.
    + Die neue Entwicklungsweise in Wittenbach fördert starke Nachbarschaften, was zu Mitdenken und Mitwirkung der Bevölkerung führt, statt einer steigenden Anonymisierung der Gemeinschaft und Desinteresse der BürgerInnen im Kauf zu nehmen.
    Eine Wirtschaft, welche sich das langfristige Wohl des Menschen widmet und dient, welche mit den Gesetzen der Natur harmonieren und kooperieren und dabei gesunde Lebensgrundlagen bewahren, für Gerechtigkeit sorgt und den Frieden stärkt, ist heute noch eine Utopie. Damit diese Wahr wird, sind wir alle gefördert. BürgerInnen, Unternehmen und Behörde. Damit der Wandeln von einer egoistischen und destruktiven Kultur des mehr Haben zu einer lebensbewahrenden und friedlichen Kultur des Miteinander Füreinander gelingt, brauchen wir Neugierde, um nach neuen Wegen zu suchen und Mut und Vertrauen, um neue Lösungen zu testen. Dies kann uns niemand abnehmen. Lass uns zusammen am 28. April klare Zeichen setzen mit Visionen, welche langfristig mehr Miteinander Füreinander, mehr Autonomie, stärkere Nachbarschaften und die Entstehung echter Lebensräume in Wittenbach fördern, statt überholte Entwicklungsmodell welche mehr Verkehr, mehr Anonymität, mehr Lärm, mehr Stress und mehr Verschmutzung verursachen. Achtung Anmeldeschluss am Wittenbacher Forum: 20 April.

  2. i. Teil
    Noch mehr Technologie für mehr Wohlbefinden? Ist es nicht so, dass wir eine Grenze erreicht haben, wo mehr Technologie in erster Linie noch mehr Kontrolle und mehr Abhängigkeit bedeutet? In seinem letzten Buch „Raus aus der Demenz Falle“ vertritt Gerald Hüther, renommierter Hirnforscher mit einer wunderbaren Ethik, die These, dass der Mensch drei grundlegenden Bedingungen braucht, um psychisch und somit auch physisch gesund zu bleiben. Er muss seine Umwelt verstehen. Er muss die Möglichkeit haben diese Umwelt mitzugestalten. Er muss einen tiefen Sinn für sein Dasein in dieser Umwelt finden zu können (Hier sehr zu empfehlen seine Interview auf Neue Horizonte TV vom Nov. 2017; https://www.youtube.com/watch?v=vIIvrUxCjXI). Jetzt diese Fragen: brauchen wir noch mehr Technologien in Wittenbach, um die Welt wo wir leben besser zu verstehen, mehr darauf mitwirken zu können und einen tiefen Sinn für unser Dasein zu finden? Passiert jetzt nicht genau das Gegenteil? Kennst auch du immer mehr dieses Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefert sein bei vielen banalen Dingen des Alltags, die digitalisiert worden sind? Ist es nicht so, dass schöne Begriffen wie Smart City gebraucht werden, um uns Konzepte zu verkaufen, welche in erster Linie wenig mit dem langfristigen Wohl der Menschen geht, sondern welche hauptsächlich kurzfristig orientierte Macht- und Profitansprüche einer kleinen Minderheit Superreiche bedient und dazu führen, dass globalisierte Firmen immer mehr demokratisch gewählte Instanz aushebeln? Wer sich mit diesem Thema vertiefen will, kann den spannenden Artikel „Konzernklagen: das System ist pervertiert“ lesen (Infosperber, Juli 2016; https://www.infosperber.ch/Wirtschaft/TTIP-CETA-Konzerne-Schiedsgerichtsverfahren).
    Zum Thema Smart Städte das Interessante Artikel „Willkommen in der smarten Stadt – wo die Diktatur der Daten herrscht“ zeigt die umgekehrte Seite der Medaille, welche ungern angeschaut wird (NZZ Nov. 17 von Adrian Lobe; https://www.nzz.ch/feuilleton/die-stadt-wird-zum-computer-ld.1326729). Ehrlich gesagt, wenig für mich und ich hoffe, dass noch viele andere WittenbacherInnen sich eine andere Zukunft wünschen.
    Ein neues Quartier auf wertvollem fruchtbarem Landwirtschaftlichem Boden ist das wirklich smart? Boden wächst nicht nach. Fruchtbarer Boden ist immer mehr ein knappes Gut. Der Real Verlust an Kulturland erreicht in der Schweiz eine Fläche von 16 Fussballfeldern (http://www.wittenbach-ig.ch/Infoblatt_Boden%20knappes%20Gut_20170730.pdf). Die Schweiz importiert bereits bald 50% seine Lebensmittel aus dem Ausland. Hauptsächlich aus Spanien, Italien und Frankreich. Nachdem China grosszügig Agrarfläche in Afrika gekauft hat, um Lebensmittel nach China zu exportiert, beginnt sie auch Fruchtbaren Boden in Europa zu kaufen. In Westeuropa sind eben Frankreich, Italien und Spanien am meisten betroffen (https://sehen-und-handeln.ch/chinesen-kaufen-frankreichs-boeden-um-brot-fuer-china-herzustellen/). Angesicht dieser Fakten, betrachte ich die Verbetonierung von fruchtbarem Boden als einen Verrat gegenüber unserer Kinder.
    Wenn die Vision Wittenbach 2030 sich nach überholten Modelle richtet: mehr Konsum bring mehr Lebensqualität und die Technologien werden unsere Probleme lösen, dann werden wir nicht nur 12 Jahren verlieren, wir werden in 2030 noch vor schwierige Herausforderungen stehen. Der Verschmutzungspegel im Boden, Luft und Wasser steigen und die Fruchtbarkeit der Boden sinken. Ja, auch in der Schweiz und das während die Flut der neuen Technologien und smart Start Up unsere Lebensqualität „verbessern“.
    Was wir brauchen ist eine Wirtschaft, welche sich das langfristige Wohl des Menschen widmet und dient, indem sie mit der Natur harmonieren und kooperieren. Die Wirtschaft soll gesunde Lebensgrundlagen bewahren, bzw. neu herstellen wo sie zerstört worden sind, für Gerechtigkeit sorgen und den Frieden stärken.

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