Wittenbacher Echo: Vorbereitung für den nächsten Projektschritt

Wittenbacher Echo: Vorbereitung für den nächsten Projektschritt

Im ersten Projektschritt von Zukunft Wittenbach wurden 960 Einwohner und Einwohnerinnen über verschiedene Aspekte des Gemeindewesens schriftlich um ihre Meinung befragt. Im nächsten Schritt, dem Wittenbacher Echo, reflektiert eine kleine Gruppe die Ergebnisse aus dieser Befragung und diskutiert Vorstellungen der Zukunft. Dazu werden aktuell Einwohnerinnen und Einwohner angefragt, ob sie bei dieser Projektphase mitwirken wollen.Auch hier entscheidet wieder der Zufall, wer angefragt wird, wobei auch bei dieser Stichprobe Alter und Geschlecht berücksichtigt werden. Ziel ist, dass sich 16 bis 20 Wittenbacherinnen und Wittenbacher in dieser Echogruppe einbringen. Die Beteiligten stellen dabei ihre Zeit zur Verfügung und bringen ihr Alltagswissen und ihre persönliche Meinung mit.

Das Wittenbacher Echo wird im Februar durchgeführt und von den Vertretern der FHS St. Gallen organisiert und moderiert. Gemäss der Projektleiterin Sara Kurmann ergänzt das Wittenbacher Echo die Befragung optimal: „Mit der Befragung wollten wir die Situation in Wittenbach in der Breite erfassen. Im Wittenbacher Echo können wir nun in die Tiefe gehen.“ So werden die Resultate aus der Befragung in gemeinsamen Gesprächen mit den eigenen Erfahrungen und Sichtweisen ausgetauscht und ergänzt. Die zufällig Ausgewählten sind als Einwohnerinnen und Einwohner von Wittenbach Experte für „ihr“ Wittenbach und ergänzen die Sicht der Politik und Verwaltung. Die Kombination der quantitativen Befragung und der qualitativen Gespräche am Wittenbacher Echo ergeben eine gute Grundlage für das öffentliche Forum, das im April 2018 stattfinden wird.

Kommentare (2)

  1. Die Stossrichtung einer Zukunftsvision erarbeiten zu wollen ohne Inputs über neue hoffnungsvolle Möglichkeiten einfliessen zu lassen, ist wie das neu Einrichten eines Werkstatts ohne sich vorher über moderne Werkzeuge zu informieren. Nach der neuen Einrichtung werden immer noch ähnliche Produkte mit den gleichen Werkzeugen hergestellt werden.
    Hier einen Link für diejenige die sich über das Konzept Urban Farming (Kultivierung von Nahrungsmitteln im Siedlungsgebiet) informieren möchten: https://urbanfarmers.com/intro/
    Was in diesem Video gezeigt wird, ist eine Variante des Konzeptes Urban Farming die sehr auf intensivem Anbau fundiert. Jedoch auch für so eine Variante braucht es Boden.
    Ich persönlich würde eher extensive Anbaumethode begrüssen. Dass dies möglich ist, ist auch Frau Jessica Jung überzeugt: „Urban Farming, der Trend, Nahrungsmittel in Siedlungsgebieten an zubauen, lohnt sich auch in der Schweiz.“ schreibt sie in ihrer Matura Arbeit „Urban Farming und die Schweiz“ (2013/2014).
    Da die Schweiz bald für 50% ihrer Versorgung an Lebensmittel aus dem Ausland abhängig ist, bietet das Konzept Urban Farming interessante Ansätze.
    Die Dorfwiese Neuhus macht 1,5 Hektare fruchtbarem Boden aus. Ist es wirklich enkeltauglich diese Fläche der Landwirtschaft zu entnehmen? Der Kanton St. Gallen hat über die letzten 30 Jahre ca. ZWEI TAUSEND HEKTARE Landwirtschaftlichen Boden verloren. Es entspricht ca. 10 Mal die Siedlungsfläche von Wittenbach. Über die Zeitspanne 1997-2008 hat Wittenbach ca. 16 Hektare Landwirtschaftsboden verloren. Es entspricht ca. 16 Fussballfelder. Wo werden unsere Enkelkinder ihre Lebensmittel produzieren und im Alltag die positive Wirkung des Grüns geniessen können?
    Ich finde es sehr gewagt ein erstes Zukunftsbild zu skizzieren, welches als Basis für die weiteren Schritte des Projekts Zukunft Wittenbach dienen sollte, ohne solche Zahlen zu kommunizieren. Alltagswissen ist zu oberflächlich! Alltagswissen ist nur gut, um sich im Alltag zu Recht zu finden. Das Skizzieren eines Zukunftsbilds nur auf der Basis von Alltagswissen wird niemals die nötige Tiefe erreichen. Die grundsätzlichen krankhaften Mechanismen, welche die Zukunft unserer Enkelkinder gefährden, werden unangetastet bleiben!
    Es braucht kohärente Zukunftsvisionen auf kommunalen Ebenen, die auf einem nachhaltigen Wohlsein der Bürger aufbauen, damit Bestrebungen in dieser Richtung auf kantonalen, nationalen und internationaler Ebene gestärkt, bzw. inspiriert werden. In solcher Visionen müssen vermehrt die lokale Versorgung an Lebensmitteln berücksichtigt werden. Dies kann nur geschehen wenn die Menschen die sich an dem Skizzieren der solcher Visionen wissen, dass Landwirtschaftlichen Boden immer noch verschwindet und in Wittenbach gefährdet ist.

  2. Gut dass Die Behörde die WittenbacherInnen an der Gestaltung der zukünftigen Entwicklung der Gemeinde miteinbeziehen will. Jedoch ich bezweifle immer mehr, dass der gewählte Weg klug ist. Wieso soll ein erste Zukunftsbild NUR auf der Basis Alltagswissen stattfinden? Das ist nicht mehr zeitgerecht. Alltagswissen genügt kaum mehr um sich im Alltag zu Recht zu finden. Das Verstehen des Kleingeschriebens bei allgemeinen Geschäftsbedingungen auf Internet wo wir uns tagtäglich bewegen, oder ein Ueberblick zu haben über fragwürdige Inhaltstoffe in Lebensmitteln die wir tagtäglich konsumieren, die Folgen von Therapien einschätzen zu können, das alles überfordert bereits den BürgerInnen. Wie soll sich jetzt auf der Basis seines Alltagswissens eine fundierte erste Zukunftbild entwerden? Die Welt ist schnelllebig und komplexer geworden.
    Schade dass der Gemeinderat will auf die Lieferung von Diagrammen verzichten, welche die Bürger über die Entwicklung der Bevölkerung, der Bautätigkeiten und der Gemeindefinanzen in Wittenbach und in den Nachbar Gemeinden informieren würden*. Dies verhindert den BürgerInnen einen klaren Ueberblick über die Entwicklung wichtiger Grösse zu erhalten und sich eine fundierte eigene Meinung bilden zu können. Die Veröffentlichung solche grundlegende Informationen gekoppelt an der Lieferung von Fachwissen in der Form von Referaten, oder Aufzeigen von Dokumentarfilmen, erachte ich als unabdingbar in Rahmen des Skizzierens eines Zukunftsbilds.
    Nein, Alltagswissen genügt nicht! „Die rasche Automatisierung werde die Arbeitswelt auf den Kopf stellen und berge die Gefahr sozialer Konflikte“ sagt MIT-Professor Erik Brynjolfsson (NZZ am Sonntag Jan. 2016). Im Beobachter vom Juli 2017 schreibt Peter Aeschlimann in seinem Artikel „Jetzt erwischts die Grossen“ „Die grössten fünf Onlineshops der Schweiz würden bereits deutlich mehr Umsatz generieren als die grössten fünf Einkaufscenter“ und er zitiert Marcel Stoffel „Fakt ist, es handelt sich bei der aktuellen Umsatzsituation nicht um eine temporäre Krise, sondern um eine massive Marktveränderung“. Im Beobachter vom Dezember 2017 schreibt der Chefredaktor „Beim Wägeli Sterben werden Supermärkte unter die Räder kommen“.
    Dies sei nur drei Stimme unter viele. Viel wird sich in den nächsten Jahren ändern: Wohnforme, die Mobilität, Möglichkeit für die Bürger sich an dem politischen Leben zu beteiligen, welche Unternehmen erfolgreich sein werden, welche Werte braucht es um Friede zu stärken, welche Berufe werden morgen gefragt werden.
    Nein, Alltagswissen genügt definitiv nicht mehr um ein Zukunftsbild zu skizzieren. Es gibt viel spannende Dozenten, die wertvollen Inputs geben können um Gedanken anzuregen, hinsichtlich der Gestaltung Schweizer Gemeinden.
    Das Projekt Zukunft Wittenbach wird das werden was die Behörde davon machen werden, entweder eine verpasste Chance oder ein Projekt das die Weichen für eine Enkel taugliche Zukunft festlegen wird.

    * Die Argumentation des Gemeinderats solche Diagramme zu veröffentlichen wäre zu aufwendig, ist nicht begründet. Die nötigen Daten sind bei der kantonalen Fachstelle für Statistik kostenlos verfügbar. Das Download der Daten und deren Umwandlung in Diagrammen dauert pro Diagramme lediglich ein paar Minuten. Ein Rechner mit gängigen Applikationen und ein Mitarbeiter der mit Excel vertraut ist genügt.

Wollen Sie den Beitrag kommentieren?

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Lesen Sie bitte unsere Richtlinien zur Kommentarfunktion im Impressum.


vier × eins =